Interview mit Jürg Fuhrer im Fachmagazin pet

Wie hat das Schweizer Grosshandelsunternehmen BusinessCom AG die Corona-Pandemie erlebt? Die pet-Redaktion sprach mit CEO Jürg Fuhrer.

Jürg Fuhrer bereitet sein Unternehmen für die künftige Automatisierung auf allen Ebenen vor.

Wie haben sich Ihre Geschäfte im bisherigen Verlauf der Pandemie entwickelt?

Zuerst mal spreche ich nicht gerne übers Geschäft, ohne nicht an die Menschen zu denken, die an Corona leiden oder denen die Pandemie ein arger Schicksalsschlag ist. Es bleibt eine Tragödie. Schaut man auf die geschäftliche Entwicklung, haben die Verlagerungen in Richtung Onlinehandel die fehlenden klassischen Abschlüsse wettgemacht. Zudem haben Grenzschliessungen Schweizerinnen und Schweizer dazu verpflichtet, im Inland einzukaufen und auch in der Schweiz Ferien zu machen, was zu mehr Inlandsumsatz geführt hat. Daher dürfen wir mit dem Geschäftsgang sicher zufrieden sein.

«WIR HABENGELERNT, IN EINEM SCHON SEHR DYNAMISCHEN UMFELD NOCH FLEXIBLER ZU SEIN»

Die globalen Lieferketten sind derzeit ins Wanken geraten. Welche Folgen hat das für Ihre Lieferfähigkeit?

Bisher konnten wir Engpässe gegenüber unseren Kunden vermeiden. Wir suchen permanent nach Lösungen, damit dies auch weiterhin so bleibt. Ebenfalls konnten wir bis zum heutigen Zeitpunkt verhindern, die steigenden Kosten auf die Kunden abzuwälzen.

Wie gehen Sie mit der Situation schwankender Lieferketten um?

«WIR ERLEBEN EINE EXPLOSION DER TRANSPORTKOSTEN»

Mittel- und langfristig müssen wir uns nach Lieferantenumsehen, die nicht den Schwankungen und gewisser Willkür in den Transportpreisen ausgesetzt sind. Wir erleben gerade in den asiatischen Märkten eine Explosion der Transportkosten, die kaum zu rechtfertigen ist und die auch kein Endkunde bereit ist zu tragen, auch wenn einem das Tier noch so wichtig ist. Hier sind wir bereits heute auf Lösungssuche.

Ihr Unternehmen investiert derzeit kräftig in neue Lagerlogistik. Was haben Sie bereits umgesetzt? Was ist noch geplant?

Wir optimieren die Prozesse und bereiten uns für die zukünftige Automatisierung vor. Wir stellen die Weichen für die Zukunft und investieren in ein hochmodernes, voll automatisiertes Behälter-Lagersystem. Im selben Zug wird auch das bestehende Hochregallager voll automatisiert. Als Handels- und Logistikunternehmen setzen wir damit einen neuen Meilenstein in der Firmengeschichte. Es geht darum, «ready» zu sein für die Zukunft.

BusinessCom investiert in ein hochmodernes, vollautomatisiertes Behälter-Lagersystem, für Jürg Fuhrer «ein neuer Meilenstein in der Firmengeschichte».

Digitalisierung ist derzeit in aller Munde. Wie findet in Ihrem Unternehmen die Transformation statt?

Die Transformation findet auf allen Ebenen statt, von der Logistik bis zum Marketing. Dabei lassen wir den Faktor Mensch nicht ausser Acht. Wie heisst es so schön: Bei aller Digitalisierung, der Mensch bleibt analog. Daher arbeiten wir auch stark an der Kultur im Unternehmen, an der Zusammenarbeit und an der transparenten Kommunikation untereinander.

Welche Lehren und Folgen zieht ihr Unternehmen aus der Pandemie?

Wir haben gelernt, in einem schon sehr dynamischen Umfeld noch flexibler zu sein. Schliesslich äussert sich Innovation nicht nur in unseren Produkten, sondern auch im Meistern von Herausforderungen. Und die Pandemie hat uns einmal mehr verdeutlicht, wie wichtig jeder einzelne im Unternehmen ist, denn ohne Sondereffort (etwa: zusätzliche Anstrengungen, Anm.d. Red.) würden und werden wir die Herausforderungen kaum meistern. An dieser Stelle ein grosser Dank an alle!

BusinessCom verfügt über ein hochmodernes Logistiklager mit über 14.500 Produkten, aus dem der Zoofachhandel auch in schwierigen Zeitenzuverlässig beliefert wird.

Quelle: Fachmagazin pet - www.petonline.de

Stefan Ritschard
Lesedauer: 5 min
13.9.2022
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